Mit Vollgas Richtung Süden
Sonntag, 21. Juni 2026
Haparanda lag ja schon etwas südlich von Töre, aber kaum erwähnenswert. In Kilometer gemessen ca. 8 km. Also vielmehr östlich als südlich. Aber Haparanda war eben auch Ziel wegen des Club-Wimpels. Richtung Südost hatte ich jetzt auch kein gutes Ziel, vom Töre Båtklubb ausgehend, ausgemacht. Zudem bei dem Wind von gestern. Haparanda Hamn war auch ein guter Ausgangspunkt um jetzt nach Finnland und Richtung Süden zu kommen.
Am Abend zuvor hat es dann noch geregnet, kräftig gewindet und in weiter Ferne hörte man auch etwas Donnergrollen. Aber das war ja so angekündigt. Mein nächstes Ziel war Lin Röyttä und dafür sollte der Wind heute sehr gut passen. Ich habe Respekt vor Finnland. Auch deshalb erst einmal dieser Schlag etwas abgekürzt schräg über die Ostsee.
Schröder, der Kollege aus Deutschland der mir jetzt schon einige Male über den Weg gesegelt war, war ja im letzten Jahr auf einen Stein aufgelaufen und hatte Wassereinbruch. Mit Öfis musste er zurück nach Stockholm den Trailer holen, ringsum nach Finnland fahren, Boot aufladen und zurück nach Deutschland. Ich wüsste nicht ob und wie das bei mir funktionieren sollte da ich ja Überbreite habe. Über die zahlreichen Steine und das flache Wasser in Finnland hatte ich im Vorfeld viel gelesen.
Am Morgen weht es mit 17 Knoten im Hafen der ja im Haparanda Archipel liegt. Ich versuche mir auszumalen wie das draußen aussieht. Ich ringe und hadere mit mir – soll ich ablegen oder nicht. Ich studiere noch einmal die Vorhersage von SMHI – 7 bis 11 Meter/sek sind vorhergesagt. Das wären etwa bis 22 Knoten. Windrichtung Südwest, also eigentlich ideal. Und dazu der schöne blaue Himmel mit ein paar kleinen Wölkchen.


Verspätet gebe ich mir selbst einen Tritt und bereite alles zum Ablegen vor. Noch einmal auf Toilette und dann geht es los. Im Archipel schöner Wind und keine Welle, also ideal um die Segel zu setzen, Fender rein zu holen und die Festmacher zu versorgen.
Raus aus dem Archipel kommt dann die erwartete Welle. Aber nicht so schlimm wie befürchtet, nur etwa ein halber Meter. Der Wind ist ideal, etwa 15 Knoten und Miss Sophie beschleunigt. Als ich noch einmal eng zwischen zwei vorgelagerten Inselchen hindurch muss, berge ich sicherheitshalber die Fock. Ich habe dieses Jahr schon so meine Erfahrung mit Änderung der Windrichtung gemacht und auf einem Vorwindkurs, der dann vielleicht sein kann, möchte ich mich nicht auch noch um das Focksegel kümmern. Aber es geht gut und das Großsegel bleibt brav auf Backbordbug. Die Fock wird wieder ausgerollt und die Rauschefahrt beginnt. der Wind hat etwas angezogen, jetzt bis 17 Knoten. Und mit der seitlichen Welle habe ich bis zu 7 Knoten (SOG) Fahrt. Eigentlich viel zu schnell für das Bötchen. Aber wenn die Dame möchte dann soll sie mal machen. Der Wind zieht dann noch etwas mehr an bis auf 20 Knoten. Aber ist alles gut.

Kurz vor Lin Röyttä gehe ich auf tiefen Kurs um die Fock einzurollen. Dann kommt noch einmal eine kleine Herausforderung – der kleine Hafen liegt auf der Rückseite der Insel und daneben ist eine weitere kleine Insel. Getrennt durch eine etwa 20 – 30 Meter breite markierte Rinne. Frei nach Schiller denke ich: „durch diese schmale Gasse muss sie kommen“. Die Herausforderung ist die Welle, die den Bug mal nach links und mal nach rechts auspendeln lässt. Meine Erwartung ist, dass in der Mitte Wind und Welle fast Weg sein sollten da die Rinne in Ost-West Richtung verläuft. Und das bestätigt sich weitgehend, zumindest die Welle ist weg, der Wind weniger. Jetzt unter Motor fast 180 Grad drehen und das Großsegel runter ziehen. Dann geht es gegen die Sonne in die Hafeneinfahrt und in den leeren Hafen. Nur ein finnisches Motorboot liegt am Ende. Wo sind sie, die Finnen? Ich dachte jetzt, wo Mittsommer war, müssten sie alle unterwegs sein. Jedenfalls nicht hier also erlaube ich mir wieder einmal einfach längsseits am Steg festzumachen. Aus welchem Grund sollte ich mir den Stress mit Bojenhaken machen?

Am Ende habe ich vom Ablegen bis zum Anlegen 46,2 sm in 7 h 36 min – Schnitt 6,1 Knoten. Ich glaube so schnell war ich noch nie unterwegs.

Auf der Insel gibt es kein Wasser dementsprechend auch keine großen sanitären Einrichtungen. Es ist nur eine sehr kleine Insel mit einer ehemaligen Lotsenstation und einem ehemaligen Sägewerk. Der Hafen scheint recht neu gemacht worden zu sein. Schöne Stege und vor allem mit Strom – Heizlüfter ich liebe dich (während meine Frau zu Hause am Bodensee bei 35 Grad schwitzt).
Ausgebremst auf lin Röyttä
Montag, 22. Juni 2026
In der Nacht hat der Wind wie erwartet zugenommen. Auf dem Winddisplay lese ich bis 27 Knoten (6 Bft.) ab. Ich schaue noch einmal Windy und die Vorhersage vom SMHI an. Neben dem Wind gibt es ein weiteres Problem: Mein nächstes Ziel ist der Hafen Marjaniemi auf der Insel Hailuoto die der Stadt Oulu vorgelagert ist. Die Hafeneinfahrt erfolgt von Westen und genau von Westen kommt der Wind. D.h. der Schwell geht sicher in die Hafeneinfahrt mit voller Wucht hinein. Nach Oulu, das wäre die Alternative, möchte ich nicht hinein da ich sonst wieder alles außen herum um die Insel Hailuoto machen müsste. Zwischen der Insel und dem Festland kommt man mit einem Segelboot mit festem Tiefgang nicht durch. Also entscheide ich einen Tag hier zu bleiben und die Insel etwas anzusehen.

Die Insel Röyttä ist heute etwa 56 ha groß und war Mitte des 19. Jhd. noch als drei einzelne Inseln auf den Karten eingezeichnet. Im Zuge der postglazialen Landhebung, deren erste Phase vor etwa 2000 Jahren war, hebt sich die Landmasse Finnlands auch heute noch um etwa 10 Millimeter pro Jahr. Im frühen 20. Jhd. formten sich die drei Inseln zu einer die damals als Papinkari verzeichnet war. Später etablierte sich der Name Röyttä.

Die Geschichte der Fischerei in der Gegend von Röyttä geht auf das Mittelalter zurück. Lange Zeit wurde hier unter anderem Lachs gefangen doch der Fischfang ging immer mehr zurück. In den 1880er Jahren begann die Holzverladung auf Röyttä, von dieser Zeit zeugen unter anderem noch die Gleise auf der Hafenmauer. Da es für Schiffe schwierig war die flachen Küstengewässer zu erreichen, wurden die Inseln zur Unterstützung der Verladung genutzt. Die Stämme wurden auf die Insel geflößt. Auf Röyttä gab es ein mittels Dampfkraft betriebenes Sägewerk wo die Stämme zu Brettern zugeschnitten wurden. Mit Lastkähnen wurde das nach Qualität sortierte Holz zu den wartenden Schiffen gebracht.


Der Versand von Schnittholz kam um die Jahrhundertwende zum Erliegen aber Rundholz wurde noch bis 1969 von hier verschifft. Unter anderem findet man auf der Insel noch eine ehemalige Lotsenstation die 1922 gebaut wurde. Sechs bis neun Lotsen arbeiteten gleichzeitig in der Station und waren für die Navigation von etwa 300 Schiffen jährlich verantwortlich.
Das größte Gebäude auf Röyttä wurde als Unterkunft für die Hafenarbeiter gebaut und bot Platz für etwa 60 Personen.
Der Hafen wird von vier verschiedenen Vereinen betrieben und wurde 1989 erneuert. Man findet auf der Insel verschiedene Ansammlungen von Hütten die wohl zu den unterschiedlichen Vereinen gehören. Offiziell gibt es kein Trinkwasser auf Röyttä aber ich habe einen Brunnen mit einer Handpumpe gefunden. Ob das Wasser trinkbar ist kann ich nicht sagen, ich würde davon eher abraten es auszuprobieren.

Es wird keine direkte Hafengebühr verlangt. Er wird gebeten das Gäste sich mit 5 Euro an den Stromkosten beteiligen. Im „Clubhaus“ gibt es eine kleine Küche und eine Möglichkeit Geschirr mit Meerwasser zu spülen. Es hat sogar einen Boiler so das man warmes Wasser dazu hat.

Flucht nach vorne
Dienstag, 23. Juni 2026
Ich sitze am Vorabend noch lange vor dem Laptop und studiere immer wieder die verschiedenen Internetquellen die ich gesammelt habe und die ich zur Planung verwende. Allen voran Windy, SMHI und Foreca (Wetter). Dazu noch einige andere. Es ist weiterhin schwierig. Sehr früh am Morgen, etwa gegen 4 Uhr, soll der Wind auf Nordwest drehen und das soll bis etwa 11 Uhr anhalten wo er dann wieder auf West drehen soll. Ich überlege immer wieder wie ich die Situation am besten lösen könnte. Wenn ich später ablege müsste ich alles durch die Untiefen kreuzen, lege ich sehr früh ab habe ich bei der Einfahrt nach Marjaniemi wieder den Wind mit Welle von hinten. Letztendlich entscheide ich mich für das frühe Aufstehen und Ablegen. Ich bin kurz davor den Laptop auszuschalten – Ortszeit 24 Uhr (zu Hause 23 Uhr) als ich registriere, dass der Wind deutlich nachgelassen hat. Ich gehe raus und schaue mir die Windhistorie auf dem Triton2 Display an. Der Wind hat nachgelassen auf etwa 10 Knoten und er hat auf Nordwest gedreht. Also etwa 4 – 5 Stunden früher als vorhergesagt. Ich gehe hoch auf die Hafenmauer um mir die Einfahrt zwischen den beiden Inseln anzusehen denn da muss ich wieder durch. Es sieht gut aus, keine Welle. Dann überlege ich kurz und fasse einen wilden Entschluss: Sofort alles segelfertig machen und ablegen. Dank Mitternachtssonne wird es ja nicht dunkel. Und ich bin sowieso eher eine Nachteule.
Nach etwa einer 3/4 Stunde bin ich fertig und kann ablegen. Wie auch von Orca angedacht kann ich erst einmal auf einem Halbwindkurs segeln. 10 bis 13 Knoten Wind und die Welle ist auch nicht übermäßig hoch. Alles gut. Knapp über dem Horizont sehe ich die Mitternachtssonne die jetzt so für etwa 1 Stunde bleibt, dann geht die Sonne auch schon wieder auf.

Auf dem Track sieht das alles ganz einfach aus, als würde ich mehr oder weniger geradeaus segeln. Doch das ist es nicht. Auf dem Weg habe ich zahlreiche Untiefen teilweise nur 1/2 Meter unter der Wasseroberfläche. Durch die muss ich hindurch navigieren. Unten einmal ein Screenshot, der das verdeutlicht.
Die Untiefe Steuerbord vorab darf ich nicht zu sehr im Luv (der windzugewandten Seite – der Wind kommt aus Nordwest) liegen lassen weil sonst muss ich für die nächste Untiefe (links unten) zu stark anluven und schaffe diese wohlmöglich nicht. In der Konsequenz müsste ich eine Wende machen um wieder Raum zu gewinnen. Und dann sind da noch zwei Fahrwassertonnen auf dem Weg (Rot, Grün) die ich im Blick haben muss.

So steuere ich die ganze Zeit. Einmal müssen wir uns alle ran halten: Johann, Miss Sophie und ich. Ich muss auf Backbordbug (welcher nicht die Stärke des Bootes ist) die maximale Höhe laufen. Die Segel werden dicht geholt wie nur möglich. Normal laufe ich 40 Grad max. auf Backbordbug am Wind (auf Steuerbordbug etwa 35 Grad). Jetzt wird vom Boot alles verlangt. Ab und an knallt das Focksegel etwas weil es zu viel ist, aber es muss gehen. Ich habe keine Lust auf die Wende. Es reicht wieder einmal. Der Wind nimmt stetig zu – inzwischen sind es 15 bis 17 Knoten und die eine oder andere Welle klatscht über die Sprayhood. Was unter den Bedingungen, jetzt auch mit der Welle, ein Kraftakt ist, ist das Pinkeln. Meine Technik sieht so aus, dass ich achtern knieend an die Backbordreling gehe. Bei solchen Bedingungen auch mit Lifeline gesichert. Ein Vorteil den wir Männer haben. Für eine Frau (und auch für Mann) wäre es jetzt, bei 40 Grad Lage, der Welle und dem Geschaukel kein Spaß nach unten zu gehen.


Jedes Mal, sobald als möglich, löse ich die Schot des Großsegel etwas, um Druck aus dem Segel zu nehmen. Denn das mag auch Johann (mein Pinnenpilot) nicht. Der Wind hält weiter die Richtung aber ich gehe davon aus, dass wenn diese Richtungsänderung vier, fünf Stunden früher kam, als zuerst gedacht, wird er wahrscheinlich auch vier, fünf Stunden früher wieder auf Richtung West kippen, also schlecht für die Einfahrt nach Marjaniemi.
Ich bin um die Insel herum und gehe jetzt auf einen tiefen Kurs. Der Wind hat zwischenzeitlich weiter angezogen auf bis zu 20 Knoten. Nicht gut. Gerade mit der Welle nicht gut denn ich muss irgendwann, einfach rechtzeitig, auf einen ganz tiefen Kurs um die Fock einzurollen. Und das geht bei der Windstärke und der Welle nicht so einfach. Aber auch das mache ich inzwischen nicht zum ersten Mal und wird gelöst. Dann wieder anluven und noch ein Stück nur mit dem Großsegel. Das Bergen des Großsegels stelle ich mir jetzt schon „lustig“ vor – bei der inzwischen einen Meter hohen Welle. Aber was soll’s – muss ein. Also Motor an, gegen den Wind und Fall lösen. Das Segel fällt weitgehend herunter, leider (wie immer) nicht ganz. D.h. ich muss nach vorne und es herunter ziehen. Bei der Gelegenheit sichere ich das Großfall um eine Klampe am Mast damit das Segel nicht durch den Wind hoch gezogen werden kann. Auf allen vieren geht es zurück in die Plicht.
Wir befürchtet oder erwartet hat der Wind inzwischen auf West gedreht. Ob es einen Unterschied macht oder nicht, egal, jetzt hinein in den Hafen. Auch auf blauwasser.de schreibt die Autorin, dass die Einfahrt bei Westwind herausfordernd ist, denn sie ist schmal – richtig schmal. Die beiden letzten Fahrwassermarkierungen liegen gerade etwa 8 Meter auseinander – so viel wie mein Boot lang ist. Die Welle versucht den Bug immer wieder quer zu legen. Jetzt muss ich Gas geben denn nur mit Schub lässt sich das aussteuern. Ohne Schub wäre das Boot jetzt ein Spielball der Welle. Danach, also nach der Einfahrt, meint die Autorin auf blauwasser.de, wäre es ruhig. Und ja, die Welle ist weg. Aber es hat noch gut Wind. Am zweiten Steg soll es Strom geben. Dort liegen auch einige Boote. Auf der einen Seite mit Heckboje, auf der anderen Seite liegen die großen Pötte längs am Steg.
Es ist nur noch eine Heckboje frei. Jetzt, mit dem Wind alleine und ohne Unterstützung einer helfenden Hand auf dem Steg mit Heckboje anlegen, puh, eher nein. Ich habe auch keine Ambitionen um 5 Uhr morgens seitlich an einem anderen Boot mich anzulehnen und deren Crew zu wecken. Am Stegende sind noch etwa 15 Meter Platz und dort hat es keine Boje. Miss Sophie ist extrem wendig – das sollte funktionieren, das ich dort längsseits anlege. Ich bringe noch einen zweiten Fender aus und fahre das Manöver an. Zuerst habe ich zu viel Geschwindigkeit und muss kräftig Rückwärtsschub geben. Das Boot liegt am Steg und ich springe rüber. Am Bug hatte ich eine Leine vorbereitet doch der Bug ist etwa 2 Meter über den Steg hinaus – da komme ich nicht hin. Der Wind ist zu kräftig und ich kann das Boot von Hand kaum halten. Es besteht die Gefahr, dass es rückwärts driftet und damit letztendlich mit dem Heck auf das daneben liegende Boot kracht – ein schönes Holzboot.

Ich springe wieder aufs Boot und beschließe Gas zu geben, noch einmal einen neuen Versuch mit vielleicht einem besseren Plan zu starten. Aber ich gebe erst kurz Gas und lasse dann den Gashebel auf Standgas – das Boot hält so zumindest die Position denn der Wind kommt schräg von vorne und damit wird Miss Sophie auch an den Steg gedrückt. Eine Leine, eine Leine – ich brauche jetzt einfach irgendeine Leine die ich irgendwo befestige um das Boot wenigstens am Steg zu halten. Achtern habe ich etwas liegen, schnappe die Leine und springe wieder auf den Steg. An einer Öse fädle ich sie ein und mache schnell einen Palsteck am Ring und mit einer Schlaufe fixiere ich die Leine. Teil 1 ist geschafft. Jetzt kann ich die Leine am Bug greifen und über einen Poller fixieren. Jetzt noch die Heckleine und es ist geschafft. Was ein Anlegemanöver. Sicher nicht lehrbuchmäßig. Aber egal. Ohne „wums“ ohne etwas oder ein anderes Boot zu beschädigen habe ich das Boot festgemacht. Jetzt noch alle Fender auf die Seite zum Steg denn der Wind und die Welle lassen das Boot am Steg kräftig gautschen.
Was eine Nacht, was eine Einfahrt in den Hafen und was ein Anlegemanöver. Den nächsten Schlag wünsche ich mir definitiv etwas unaufgeregter.
Dann gibt es erst einmal eine Mütze Schlaf. Dadurch verpasse ich leider die kurze Öffnungszeit des Leuchtturms – schade. Er kann nur von 12 bis 14 Uhr und an manchen Tagen von 18 bis 20 Uhr besichtigt werden. Heute leider nicht abends. Ansonsten hat die Insel nicht viel zu bieten – 3 Kaffee/Restaurants, 1 Imbiss und ein Souvenirladen der geschlossen ist. Südlich vom Hafen gibt es einen langen Sandstrand der vielleicht im Sommer ein beliebtes Ziel ist. Jetzt ist es zu kalt.


Im Laufe der Nacht soll der Wind deutlich abschwächen, bleibt aber auf West. Ich hoffe das es dann entspannter weitergeht. Am Vormittag könnte es sein das noch ein paar Regenschauer durchziehen. Mal sehen wann ich ablegen kann.
Kaffeefahrt nach Raahe
Mittwoch, 24. Juni 2026
In der Nacht hatte der Wind dann stark nachgelassen und es wurde endlich ruhig im Boot. Ich gehe (für meine Verhältnisse) früh schlafen denn ich möchte auch früh aufstehen. Am Morgen sieht alles gut aus. Der Wind hat auf Nordwest gedreht. Das ist auch o.k. Ein kurzes Frühstück, heute nur ein Kaffee und dann lege ich auch schon gegen 9 Uhr ab.

Draußen auf der Ostsee ist es ruhig. Praktisch keine Welle. Der Wind ist mit 8 Knoten etwas schwach weshalb ich das Reff aus dem Großsegel wieder raus machen. So läuft ganz gut dahin mit 4 bis 5 Knoten. Es sind auch nur 25 sm bis Raahe, deshalb muss ich keine Eile haben. Ich beobachte die Wolken aber es sieht alles gut aus – keine Regenschauer in Sicht. Heute auf dem Weg auch keine einzige Untiefe. Es ist fast etwas langweilig da ich ja auch etwas weg von der Küste bin und es daher nicht viel zu sehen gibt. Kein anderes Schiff, kein Boot, kein Frachter.

Erst Richtung Raahe hinein wird es dann etwas spannend. Hier muss man das Fahrwasser streckenweise genau einhalten da es rechts und links davon sofort ganz flach wird. Das Fahrwasser ist mit einer sicheren Tiefe von 1,9 Meter angegeben aber ich sehe nie weniger als 3 Meter auf dem Lot.


Im Hafen muss ich dann mit Heckboje anlegen, diesmal ohne Hilfe von der Landseite. Es braucht drei Versuche aber dann habe ich eine Leine am Kai belegt. Alles etwas aufräumen und dann gehe ich gleich in das Hafenbüro. Dort sitzt der Hafenmeister mit einem anderen älteren Finnen mit dem ich mich etwas auf Englisch unterhalte. Er fragt mich gleich woher aus Deutschland ich komme (ohne das ich erwähnt hätte, dass ich Deutscher bin). Der Hafenmeister hat etwas Schwierigkeiten mit der englischen Sprache. An der Wand sehe ich vier Monitore die das Bild verschiedener Videokameras zeigen. Unter anderem mein Boot. Daher wusste er, das ich aus Deutschland komme. Und ich denke mir so – da hätte auch einer von beiden seinen Hintern heben könnten, um beim Anlegen zu helfen (das Hafenbüro ist etwa 30 Meter vom Anlegeplatz entfernt).

Auch nach den Åland Inseln letztes Jahr und den Begegnungen mit Finnen, die ich bisher hatte, verfestigen sich bei mir mehrere Eindrücke. Meine Eindrücke: Die Schweden sind wesentlich hilfsbereiter als die Finnen, die Finnen haben oft Schwierigkeiten mit der englischen Sprache und die Schweden sind deutlich offener, kommunikativer als die Finnen.
Unterwegs hatte ich entdeckt das es hier einen Lidl gibt. Also geht es nach einer kurzen Pause in die Stadt. Der Weg führt am Ufer entlang. Es ist wohl gerade ein Musikfestival hier. Eine große Bühne von der moderne Musik klingt und ein abgesperrtes Gelände zeugen davon. Die Finnen genießen den Sommer (auch wenn es für mein Gefühl auf die Temperaturen bezogen eher Frühling ist). Ansonsten ist die Stadt eher langweilig. die Straßen sind quadratisch, praktisch, gut angelegt die Einkaufsmeile sieht aus wie bei uns in einer Kleinstadt mit Betonbauten im Stil der 70er. Aber der Lidl hat meinen heiß begehrten Stoff: H-Milch. Dazu besorge ich noch Getränke, Kaffee, Joghurt, etwas Obst und Tomaten.
Am Abend koche ich dann noch und plane für den nächsten Tag. Dann wird es auch schon wieder Zeit zu schlafen. Morgen wird es ein langer Tag.

Hey, ab in den Süden
Donnerstag, 25. Juni 2026
„Hey, ab in den Süden
Der Sonne hinterher ey-jo was geht?“
Die Songzeilen des Partyschlagers aus dem Jahr 2001 schwirren mir im Kopf herum. Der erste Tag in diesem Jahr an dem ich im T-Shirt auf dem Wasser bin. Das hat einen guten und einen schlechten Grund. Der gute Grund: Die Sonne scheint einmal wieder vom strahlend blauen Himmel. Der schlechte Grund: Es hat keinen Wind. Das war so vorhergesagt, aber das der Wind so schwach sein sollte war nicht geplant. 5 Knoten am Wind. Ich dümple dahin und nütze die Gelegenheit das erste Mal die Drohne vom Boot steigen zu lassen. Hat funktioniert. Doch als die Logge unter 2 Knoten geht habe ich die Faxen dicke und werfe den Motor an. Ich schaue noch einmal Windy an. Draußen könnte es etwas besser sein also setze ich meine Hoffnung darauf.

Nach einer knappen Stunde kräuselt sich das Wasser und kündigt etwas Wind an, 8 Knoten – immerhin. Also Segel gesetzt und Motor aus. Mit Wind wird es gleich wieder frischer und das T-Shirt Outfit ist beendet. Der Wind zieht ein wenig mehr an und die zweite wärmende Schicht muss über die Haut. Schließlich erreicht er 13 Knoten, die Sonne verschwindet etwas und ich finde mich wieder in der inzwischen gewohnten nordischen Kälte. Aber dafür kann ich segeln. Nur ein Problem: Der Wind kommt aus Südwest, ziemlich genau. Und mein Ziel liegt Südsüdwest. Also kaum Möglichkeit zusätzlich Höhe zu gewinnen. Es ist ein mühsames gegenan. Wenigstens (noch) ohne Welle. Doch das ändert sich im Laufe der Zeit und bald kommt auch schon wieder eine über die Sprayhood geschossen. Luftlinie sind es 32 sm von Raahe nach Maakalla, meinem Ziel. Gesegelt sind es am Ende 44 sm.

Kurz vor Maakalla ändert sich wieder einmal etwas die Windrichtung zu meinen Ungunsten. Dann ist bei mir Schluss mit fertig – Segel runter, Motor an. Noch 2 sm und dann sollte ich Maakalla nach 10 h 30 min erreicht haben. Vor mir hatte ich ein anderes Segelboot auf dem AIS gesehen, das festgemacht hatte – nur wo?
Laut der elektronischen Navionics Karte und auch der Karte von Orca nicht am Fähranleger, sondern daneben. Aber daneben ist eigentlich nichts. Ich fahre langsam in die Bucht hinein denn die Tiefe ist nicht ganz sicher. Das andere Segelboot liegt doch am Fähranleger macht aber gerade los, als ich hinein komme. Ich drehe um, um ihm Platz zu machen. Wir verständigen uns mit den Händen, ich kann dort festmachen – also von ihm aus. Er zieht weiter.

Ich hatte im Internet wenige Infos gefunden. Macht man am Fähranleger fest, muss man schauen das man weg ist bevor die erste Fähre kommt. Denn die kennt keine Rücksicht, siehe „SY Müggele in der Ostsee, Teil 9: Finnlands Norden“ auf Youtube, Minute 21:20. Der östlichste Steg darf anscheinend benützt werden hat jedoch in der Mitte nur 1,20 Meter Wasser. Eine Überlegung von mir war: mit Heckanker und dem Bug an den Steg zu gehen. Ankern wäre auch noch eine Option gewesen, die Tiefe ist o.k. – etwa 3 Meter. Doch jetzt, da der Fähranleger frei ist, möchte ich auch keine Experimente machen. Kurzerhand mache ich dort fest. Ich möchte sowieso am Vormittag weiter zu meinem nächsten Ziel so lange das Wetter noch gut ist. Achja, Wetter – inzwischen hat es komplett zugezogen und der Regenradar kündigt einen Regenschauer auf 23 Uhr an. Egal, Hauptsache morgen Vormittag ist es trocken.

Maakalla
Die fast baumlose Insel erhob sich im 15. Jhd. aus dem Meer und wurde bald zu einem wichtigen Stützpunkt der Fischerei und Robbenjagd. Im 18. Jhd. war die Insel dicht besiedelt mit bis zu 150 Booten und 400 Einwohnern. Vom Beginn des 17. Jahrhunderts bis in die 1940er-Jahre war Kallankari einer der wichtigsten Heringsfangplätze an der Küste zwischen Kokkola und Oulu. Wobei die Fischer hier nur in den Sommermonaten lebten.
Es gibt etwa 30 Fischerhütten die innerhalb der Familie vererbt werden. Neue Hütten dürfen nur mit Genehmigung des Dorfrates gebaut werden.
Die Kirche ist aus dem Jahr 1780 und ist in der Form, ein langgestrecktes Achteck, von der Form eines Schiffes inspiriert. Neben der Kirche gibt es ein Pfarrhaus, das drei Jahre später gebaut wurde. Im Pfarrhaus von Maakalla sind die Regeln für die Inselbewohner und ein Gesetz enthalten, das die Verwaltung der Felsen den Fischern überträgt.

Ohne Titel – Ziel Tankar
Freitag, 26. Juni 2026
Mir fällt kein zusammenfassender Titel für den heutigen Tag ein. Dazu war der Tag heute vielleicht zu durchwachsen. Zuerst – am Morgen mache ich noch einmal einen kleinen Spaziergang über die Insel und lasse die Drohne steigen. Draußen sehe ich ein Schiff und fürchte schon das es die Tourirstenschaukel ist die gleich an den Anleger möchte. Doch es ist ein Fischerboot das wieder etwas abdreht – Entwarnung.

Aber ich möchte los da ich sowiewo etwas spät dran bin. Mein Ziel heute ist die Insel Tankar auch wieder weil es die einzige Möglichkeit ist. Der Wind kommt wieder aus Südwest sollte aber eigentlich mehr aus West kommen. Es hilft nichts, Also ablegen und schauen was wird. Zuerst muss ich unter Motor zwischen den beiden Inseln durch dann ziehe ich so bald als möglich das Großsegel hoch und auch gleich wird die Fock ausgerollt. Die von Orca angedachte Höhe kann ich angesichts der Windrichtung nicht laufen aber es stört mich nicht so sehr denn ich habe Platz. Keine Untiefe, keine Tonne, nichts. Also laufe ich so ziemlich genau Richtung Süd. Mein Ziel liegt Südwest, also ziemlich genau gegen die Windrichtung. Egal, es ist alles soweit angenehm – etwa 10 Knoten Wind, kaum Welle. Soweit als möglich mache ich es mir gemütlich und segle so etwa 3 Stunden. Dann wird es Zeit wieder weg zu kommen von der Landnähe.
„Sailing vesel Ivan. This ist coast guard“ klingt es aus dem Funkgerät. Keine Antwort. Wenige Minuten später – „Sailing vesel Ivan. This ist coast guard“. Wieder keine Antwort Ich heiße nicht Ivan und ich sende kein AIS. Aber ich segle auf einen in Navionics gestrichelten Bereich hin. In Orca ist nichts markiert. Egal, ich hatte sowieso die Wende geplant also mache ich die Wende kurz vor dem gestrichelten Bereich.
Nun geht es raus auf die Ostssee. Es wird ruppiger und der Wind nimmt etwas zu. Parallel checke ich den Regenradar – da ist etwas im Anzug aus Südwest. Aktuell sollte es noch gut reichen. Zwei Stunden segle ich so auf dem Holebug immer bemüht, nicht zu viel nach Norden zu verlieren. Dann mache ich wieder die Wende die mich nach Süden bringen soll. Der Wind nimmt weiter zu und geht jetzt zeitweise über 17 Knoten. Das Regengebiet naht. Ich weiß – Wetterveränderungen wie Regen sind immer mit Windveränderungen verbunden. Deshalb fiere ich das Großsegel um das erste Reff rein zu machen. Eine gute Entscheidung. Denn der Wind nimmt weiter zu und mit zunehmenden Wind kommt auch die Welle. Jetzt hat es über 20 Knoten Wind. Wieder in Landnähe mache ich die Wende aber nähere mich auf diesem Kurs kaum der Einfahrt von Tankar.
Ich schaue mir das eine Weile an. Es ist jetzt wirklich nicht mehr angenehmes Segeln. So, auf diesem Kurs, müsste ich noch einmal ein oder zwei Wenden machen. Ich messe die Distanz zum Hafen. Im Moment segle ich parallel zu der Einfahrt. 5 sm. Und wenn ich so weiter segle erwischt mich das Regengebiet. Also fälle ich eine Entscheidung – Motor an, Segel runter, direkter Kurs Tankar. Unter Motor geht es direkt gegen den Wind Richtung Tankar. Miss Sophie kämpft gegen Wind und Welle.

Da ich aus Nordost komme, lassen Wind und Welle kurz vor dem Hafen nach und die Einfahrt lässt sich gut machen. Anlegen mit Heckboje. Der Bojenhaken liegt bereit doch ich habe die Leine nicht geprüft. Der Platz auf der linken Seite verspricht am wenigsten Wind also wird dieser angesteuert. Kein anderes Boot hier. Die Boje erwische ich sofort doch dann ist die Leine verknäult. Ich könnte einmal mehr über mich selbst fluchen. Ich sehe jemand an Land der an den Steg eilt um mir zu helfen. Zwischenzeitlich habe die Leine zumindest so weit enttüdelt das es mir an den Steg reicht und der Finne kann meinen Bug halten. Was bin ich froh. Auf einen zweiten Anlauf hätte ich keine Lust gehabt. Wieder einmal:
Lessons learned…
Vor dem Hafen prüfen ob alles richtig für das bevorstehende Anlegemanöver vorbereitet ist

So wurde das Anlegemanöver doch noch gerettet. Dann alles wieder sortieren, vor allem unter Deck – da sieht es wild aus. Die Hafengebühr wird online bezahlt und das ist etwas, was mich dann echt etwas schockt – 40 Euro. Die Steganlage ist super, keine Frage. Aber Trockentoilette (Plumps-Klo), keine Dusche, kein Wasser, hier im Norden (keine Touristen-Region) das ist heftig. 40 Euro habe ich im letzten Jahr in Mariehamn bezahlt. Eine andere Liga. Ganz sicher werde ich morgen hier ablegen.


Fazit der letzten Tage
Die letzten Tage bis Töre, ab Haparanda verliefen genau nach meinem Plan. Wenn auch zuletzt etwas mühsam. Vor allem das Wetter hatte mitgespielt. Mit dem Wind kann man sich oft irgendwie arrangieren (außer bei Starkwind). Doch jetzt wird mein Plan nicht mehr aufgehen. Es ist weiter Südwest vorhergesagt und das geplante Ziel Stubben-Lillskäret ist dafür einfach zu weit entfernt. 31 sm direkte Linie, über 50 sm gegen den Wind. 12 Stunden Kampf und Krampf. Zumal dieser Ort ein Naturhafen ohne Strom, Wasser und sonst etwas ist. Und Sonntag ist ein Schlechtwetter Tag. Daher ein neuer Plan: Morgen nur ein kleiner Schlag nach Mässkär. Dort gibt es Strom und mehr. Sonntag dort abwettern und Montag dann nach Stubben-Lillskäret.
Durch die finnischen Schären nach Mässkär
Samstag, 27. Juni 2026
Da ich meinen Plan geändert habe, kann ich es heute gemütlicher angehen. Ich stehe später auf und mache noch einen Spaziergang über die Insel Tankar. Vor allem die Kirche interessiert mich. Die Kirche wurde 1754 von den Fischern gebaut damit sie nicht die 20 km auf das Festland zum sonntäglichen Gottesdienst reisen mussten. Damals war die Teilnahme am Gottesdienst Pflicht. Die Kirche befand sich ursprünglich auf dem höchsten Punkt der Insel wurde dann als der Leuchtturm gebaut wurde verlegt. Jedes Mitglied der Gemeinde hatte seinen eigenen Sitzplatz und ritzte seine Initialen oder sein Zeichen in die Sitzbank. Die Gottesdienste wurden von einem Hilfspriester gehalten wofür er eine jährliche Zahlung von 10 – 12 halben Fässern Hering erhielt.




Neben der Kirche gibt es noch ein kleines Museum das einige Alltagsgegenstände der Robbenjagd von damals zeigt. Die Robbenjagd wurde in Finnland mindestens seit der Jungsteinzeit praktiziert. Die Bedeutung ergab sich aus der Vielseitigkeit der Verwendung des Beutetieres und dem Wert der daraus gewonnenen Produkte. Das wichtigste Produkt war Robbenöl das ein wertvolles Handelsprodukt war. Aber auch das Fell wurde verwendet für Kleidungsstücke, für die Schlitten und anderes. Das Robbenfangschiff war ein Segelboot mit etwa 10 Meter Länge und 3 Meter Breite. Es wurde über das Eis gezogen, diente als Lager und Transportmittel für die Jagdbeute.


Nach dem Erkundungsausflug nehme ich noch das Lunch im Kiosk/Restaurant mit – 18 Euro mit Wasser und Kaffee. Und man konnte so viel essen wie man wollte. Es stand ein Topf mit Fischsuppe (Lachs) und Kartoffeln da aus dem man sich bedienen konnte.

Dann ging es weiter. Wie gesagt hatte ich meinen Plan geändert und das etwa 25 sm entfernte Mässkär als Ziel ausgewählt. Unter anderem weil es dort Landstrom gibt. Sonntag soll schlechtes Wetter sein (Regen) und da möchte ich ungern auf Landstrom verzichten auch wenn meine LifPo Batterien voll sind.
Außerdem habe ich gerade genug von dem gegenan segeln – die letzten Tage fand ich anstrengend und ich hatte einfach mal wieder Lust auf etwas Spaß. Deshalb habe ich mir den Weg durch das Archipel ausgesucht. Das hatte ich bisher ja noch nicht und ich hatte schon so einiges vom Segeln zwischen den Inseln in Finnland gelesen und gesehen. Raus aus dem Hafen setze ich das Großsegel bei dem ich es erst einmal belassen möchte denn es ändert nichts am grundsätzlichen Problem: Der Wind kommt aus Südwest und ich muss nach Südsüdwest. D.h. wieder viel gegenan das ich jedoch heute ggf. einfach mit Motorunterstützung mache – vor allem wenn es direkt gegen den Wind geht. Denn im engen Fahrwasser ist kein Platz zum aufkreuzen. Sobald man das Fahrwasser verlässt, das auch nicht tief ist – etwa 7 Meter, wird es richtig flach und ich sehe oft links und rechts von mir Steine aus dem Wasser ragen. Aber es ist sehr interessant und macht Spaß weil es hier natürlich keine Welle hat.


Als ich dann aus den Inseln raus komme nehme ich die Fock dazu, mache einige Wenden um Weg Richtung Westen zu gewinnen und nehme Kurs auf Mässkär. Vor der Küste nerven mich einige Male Fischernetze die mich zur ungewollten Wende zwingen. 1/2 Stunde vor Mässkär bin ich zwischen zwei Inseln und nütze die Gelegenheit der Abdeckung die Fock und das Großsegel zu bergen. Ich werfe den Motor an und mache das letzte Stück. Mässkär sieht auf den ersten Blick sehr nett aus. Die Hafengebühr von 25 Euro bezahlt man im Café. Dort werde ich wohl morgen die Gelegenheit des Lunch mitnehmen. Und dann muss ich mal sehen was an meinen zwei letzten Urlaubstagen geht. Ab Mittwoch habe ich dann wieder Workation – 6 1/2 Stunden arbeiten die ich recht frei verteilen kann.



