Ein Tag Pause in Lickershamn
Sonntag, 02. August 2026
Ich mache einen Tag Pause in Lickershamn. Zum einen möchte ich etwas laufen (hier findet sich der bekannte Rauken „Jungfrun“) und ich muss mal wieder ein paar Dinge in Schuss bringen – unter anderem mich selbst. Also geht es erst einmal unter die Dusche, rasieren, dann Geschirr spülen, Die LifPo Batterien laden und mal nach dem Motor schauen. Der Motor benötigt etwas Öl und ich habe seit kurzem etwas Wasser unter dem Motor – da rätsle ich gerade noch woher das kommt. Es scheint vom Impeller zu kommen und ich überlege bei der Gelegenheit einmal den Impeller zu wechseln, Ersatz habe ich dabei.
Die Rauken auf Gotland
Eine Besonderheit auf Gotland sind die Rauken (schwedisch Raukar). Es sind Zeugnisse einer Zeit die vor etwa 543 Millionen Jahren begann. Damals befand sich der Kontinent Baltica, auf dem auch Gotland lag, noch auf der Südhalbkugel. und schob sich langsam nach Norden. Das wechselnde Klima der unterschiedlichen Breitengrad lässt sich noch heute in den Sedimenten nachweisen. Die Rauken sind die Reste eines Korallenriffs und wurden durch die letzte Eiszeit geformt. In den Rauken und an den Stränden findet man viele Fossilien, die sehr gut erhalten sind.
„Jungfrun“ bei Lickershamn ist mit 27 Metern der höchste Rauk. Vom Hafen sind es nur 700 Meter bis dort hin. Ein weiteres Gebiet mit sehr schönen Rauken soll sich im Norden auf der Insel Fårö befinden. Aber auch auf Öland in der Gegend von Byrum gibt es etwa 120 Rauken.



Planen – nicht so einfach…
Und dann versuche ich meinen Weg zurück zum schwedischen Festland zu planen und das ist nicht einfach. Meine ursprüngliche Idee war/ist über zwei oder drei Etappen Richtung Süden zu kommen, weiter an Gotlands Küste. Dann über einen Zwischenstopp auf der kleinen Insel Stora Karlsö nach Öland zu kommen. Das wäre noch einmal sehr speziell weil auf Stora Karlsö nur eine beschränkte Anzahl Personen über Nacht bleiben darf. Man muss sich vorab anmelden und das Einverständnis einholen. Das Problem: für die kommende Woche ist Wind aus Süd oder Südwest vorhergesagt. Sobald man hier aus dem Hafen raus geht, ist man auf der offenen Ostsee. D.h. nicht nur Wind sondern auch noch Welle gegenan.
Zuerst möchte ich morgen nach Visby kommen. Das sollte ich mit drei bis vier Wenden schaffen (am Ende waren es sechs). Dann ein Tag Pause damit ich mir am Dienstagnachmittag Visby ansehen kann. Mittwoch soll der Wind direkt aus Süd kommen, wieder mit 10 bis 15 Knoten. Eigentlich ideal, um direkt nach Öland zu segeln. Wenn ich etwas früher aufhöre zu arbeiten und kurz nach 12 Uhr weg komme, sollte ich gegen Abend in Nabbelund auf Öland sein. Mal sehen – noch habe ich zwei Tage Zeit mich zu entscheiden.
Keine Alternative – auf nach Visby
Montag, 03. August 2026
O.k. das Ei habe ich mir mit der Entscheidung „Gotland“ selbst gelegt. Ich muss jetzt von hier, Lickershamn, nach Süden. Und die Möglichkeiten auf Gotland sind nicht so üppig. Der nächste Hafen südlich ist Visby. Aber Visby wollte ich mir sowieso ansehen denn Visby war früher einmal eine Hansestadt, das macht sie besonders interessant.
Jetzt die Wetter- und Windaussichten: Der Wind bleibt bis Donnerstag auf Süd bzw. Südsüdwest. Für Mittwoch sind Gewitter und Regen angekündigt. Ich kann es drehen und wenden wie ich möchte – aber ich muss gegenan nach Visby.
Aber zuerst gibt es zu Mittag Lunch – hatte ich ja schon lange nicht mehr. Auf dem Rückweg zum Boot mache ich an einer kleinen Fischerhütte Halt. Hier gibt es wohl geräucherten Fisch zu kaufen – da kann ich nicht daran vorbei gehen. Von weitem sehe ich mein Boot im Hafen und eine Person vor meinem Boot stehen. Also Hafengebühr habe ich bezahlt und die Banderole am Bug befestigt.
Ich gehe in die Fischerhütte und sehe das es neben geräuchertem Fisch auch geräucherte Garnelen und sogar Aiolo gibt – lecker. Während die Garnelen in die Tüte wandern und ich bezahlen möchte klopft mir jemand auf die Schulter – „Hej Thomas“. Ich drehe mich um und Elis steht neben mir – der Schwede, dem ich in Hudiksvall mit seinem Motor geholfen hatte. Wir waren die Tage per Mail in Kontakt. Leider hatte er am Sonntag keine Zeit da er sich um seine pflegebedürftige Mutter kümmern musste.
Wir schnacken ein wenig über unsere Erlebnisse der letzten Wochen, er wollte sein Boot ja nach Gotland bringen. Seine Überführung war abenteuerlich mit Hubschrauberrettung aber sein Boot ist jetzt in seinem Heimathafen.
Ich erzähle ihm von meiner Planung und das ich Visby ansehen möchte, Mittwoch schlechtes Wetter ist und daher 2 Nächte in Visby plane und schlage vor, dass er mir morgen etwas Visby zeigt. Zudem ist in Visby gerade Mittelalterwoche. Das wird sicher interessant.

Also ablegen und gegenan segeln. Wenigstens ist der Wind heute moderat – 10 bis 15 Knoten. Aber es hat dann draußen ordentlich Welle. Einmal habe ich das Gefühl in einer Achterbahn zu sitzen als das Boot plötzlich 1,5 Meter ins Tal fällt. Es ist heute und hier eine etwas andere Welle als ich sie bisher kennengelernt hatte.
Kurz vor Visby muss ich einige Male auf die Fähren achten die hier an- und ablegen. 1 sm vor Visby hole ich dann die Segel herunter. In der Hafeneinfahrt kommt mir ein Schlauchboot entgegen. Er führt mich zu einem Liegeplatz und übernimmt den Bojenhaken. Das ist ja fast wie im Mittelmeer. Aus 15 sm Luftlinie wurden dann 25 sm. Aber das hatte ich erwartet. Nun freue ich mich auf den Nachmittag morgen.



Ein Nachmittag mit Elis – Visby
Dienstag, 04. August 2026
Am Nachmittag treffe ich mich dann mit Elis am Hafen. Bevor es los geht gehen wir zum Lunch – eine Stärkung muss sein. Elis zeigt mir einige besonders schöne Plätze von Visby und wir machen noch einen schnellen Durchlauf durch das Gotland-Museum. Interessant sind unter anderem die vielen Zeugnisse aus der Zeit der Wikinger. Gotland war wohl schon immer eine Insel, die auf vielen Handelsrouten lag (was heute natürlich keine Bedeutung mehr hat). So wurden aus späteren Epochen hier zahlreiche Münzen aus unterschiedlichen Regionen gefunden, bis in den Orient reichend. Elis sagt mir, dass die Landwirte immer wieder irgendwelche Steine als Zeugnisse aus der Vergangenheit zu Tage fördern.


Die Blütezeit Visbys begann im 12. Jhd. als die Stadt besondere Handelsrechte erhielt. Besonders stark vertreten waren hier auch Deutsche was Anfangs zu einigen Konflikten um Handelsrechte führte. Interessant ist auch die Mauer, die um den alten Hafen gebaut wurde. Sie wurde nicht etwas zur Verteidigung gebaut sondern vielmehr zur Kontrolle des Hafens und des Marktes durch die Gotländer. Besonders intensiv war in dieser Zeit auch die Verbindung zur Stadt Lübeck weshalb Visby insbesondere zu Beginn der Hanse die wichtigste Hansestadt war.
Der alte Hafen ist heute ein botanischer Garten und auch der ist speziell denn es finden sich hier Pflanzen, die sich sonst nur weit südlicher finden wie Maulbeere oder Walnuss. Das liegt am besonderen Klima aufgrund der Lage mitten in der Ostsee.

In der Tourist-Information besorgte ich mir dann noch einen Flyer der einige Drehorte der deutsch-schwedischen Serie „Pippi Langstrumpf“ markiert. Es sind besonders schöne Gassen und ich muss einmal schauen, ob ich die eine oder andere Serie noch im Internet finde um diese Orte zu identifizieren.


Visby ist bekannt als eine der besterhaltenen Hansestädte und wurde auch aufgrund dessen bereits 1995 Teil des UNESCO Weltkulturerbes. Was mir Elis auch erzählte: der größte Teil der Häuser der Altstadt gehören einer Person. Auf ARTE hatte ich vor einiger Zeit eine Doku gesehen (Schweden: Vom Vorzeigestaat zum Reichenparadies), die sich mit dem Finanzsystem und der sozialen Ungerechtigkeit Schwedens befasste. Ja, da staunt der eine oder andere. Das Problem in Schweden ist, dass etwas mehr als 540 Menschen einen Großteil des Vermögens halten. In der ungerechten Verteilung des Vermögens dringt Schweden in Kategorien wie Saudi Arabien, Russland, Katar und andere Länder vor.

Aber zurück zu Visby: Visby ist eine tolle und sehenswerte Stadt und man sollte hier mehrere Tage Zeit haben. Ich weiß, dass einige den Hafen Visby meiden weil er zu laut wäre. Das kann ich nicht bestätigen. Aber: Es ist jetzt Anfang August und damit neigt sich die Saison schon wieder dem Ende zu. Der Hafen ist nur zur Hälfte belegt. Öregrund und Örnsköldvik waren deutlich lauter. Und da komme ich wieder zurück auf etwas, was ich früher schon einmal geschrieben habe: Manchmal muss man azyklisch unterwegs sein – also zur richtigen Zeit am richtigen Ort.
Da Elis jetzt auch den Link zu meinem Blog hat (aber nicht nur deshalb) möchte ich mich bei Elis noch einmal für diese Stadtführung im Schnelldurchlauf bedanken. Diese Erinnerung der Begegnung mit anderen Menschen werde ich im Herzen behalten.



Das hätte ich nicht gedacht – ich habe zu viel Zeit
Mittwoch, 05. August 2026
Ich bleibe weiter in Visby denn für heute sagen Windy und andere Vorhersagen Regen und Gewitter an. Das brauche ich nicht. Morgen, Donnerstag, soll das Wetter wieder stabil sein.
Meine ursprüngliche Idee war, sich an der Westküste Gotlands Richtung Süden entlang zu hangeln um dann auf die kleine Insel Stora Karlsö zu kommen. Das wäre noch besonders interessant denn man muss sich hier anmelden da nur eine bestimmte Anzahl Personen auf der Insel übernachten darf. Stora Karlsö ist ein Natur Reservat. Von Stora Karlsö dann nach Öland. Dann weiter an Ölands Westküste oder rüber ans Festland. Die längste Etappe wäre dann von Stora Karlsö nach Nabbelund mit etwa 28 sm (bei idealem Wind).
Die Windvorhersage macht es mir aber etwas schwierig, auch morgen bläst der Wind aus Süd. Aber: Ich habe jetzt festgestellt, dass ich viel Zeit übrig habe – etwa 10 Tage. Das bedeutet ich kann etwas langsamer machen und auf besseren Wind warten. Freitag dreht der Wind auf West – da werde ich Klintehamn ansteuern.
Ich gehe am Nachmittag noch etwas in die Stadt und nehme etwas von der Mittelalterwoche mit. Die Schweden zeigen am Nachmittag ihre Oldtimer am Hafen und später kommen die Piraten bewaffnet mit Wasserspritzpistolen in den Hafen. Freikaufen kann man sich mit alkoholischen Getränken.
Medeltidsveckan (Mittelalterwoche) in Visby ist eines der größten Festivals dieser Art in Europa. Es kommen auch viele Deutsche, Dänen und andere Nationen um daran teilzunehmen.



Immer noch in Visby
Donnerstag, 06. August 2026
Aus den gestern genannten Gründen bin ich in Visby geblieben und ich denke es war eine gute Entscheidung. Im Hafen hat es bis zu 20 Knoten Wind (gemessen wurden bis 24 Knoten) und draußen sehe ich durchgehend Schaumkronen auf dem Wasser – sicher 5 bis 6 Bft. Dies gegenan segeln wäre kein Spaß gewesen. Zudem der Wind kommende Nacht auf West drehen und dann gegen Nachmittag stark nachlassen soll. Also kann es morgen weitergehen.
Ich arbeite ein paar Stunden herein die ich vielleicht brauchen kann, wenn ich die größeren Schläge nach Bornholm und Sassnitz machen muss. Dann gehe ich noch etwas einkaufen und schaue nach einem Friseur. Vor dem Friseur warten schon einige worauf ich aber keine Lust habe. Ansonsten schaue ich in Kalmar nach einem Friseur.
Mit Anstrengung nach Djupvik
Freitag, 07. August 2026
Laut Windvorhersage soll der Wind gegen Mittag nachlassen und auf West drehen. Das ist auch meine Hoffnung, um hier weg zu kommen. Den Hafen sollte ich gegen 12 Uhr verlassen – kurz nach Mittag gehen sie die Liegeplätze durch und prüfen wer bezahlt hat. Da der nachlassende Wind sich Zeit lässt und gegen Mittag eine Fähre hinein fährt gehe ich zur Rezeption und kündige an, dass ich gegen 13 Uhr den Platz verlassen werde. Der Hafen ist sowieso nur noch zur Hälfte gefüllt – Platzmangel gibt es keinen.
Gegen 13 Uhr mache ich die Leinen los und steuere die Hafeneinfahrt an. Wind und Welle sind gegen mich und mit fast Vollgas kämpfe ich mich mit 2,5 Knoten aus dem Hafen – gerade noch so. Dann ziehe ich das Großsegel mit dem ersten Reff hoch und falle erst einmal auf den Holebug ab. Die Welle bleibt weiter ordentlich bei etwa einem Meter. Nachdem die Fock ausgerollt ist geht es auch mit etwas Tempo voran. Der Wind ist wesentlich stärker als erwartet, etwa 15 Knoten, und er kommt auch mehr aus Südwest als auch West. Mein Ziel war Klintehamn, etwa 15 sm auf direktem Weg. Aber ich rechne eher mit 20 bis 25 gesegelten Seemeilen da ich das erste Stück Richtung Südwest und damit gegenan kreuzen muss.

Die Welle ist heute heftig – liegt sicher auch an dem starken Wind aus Süd am Vortag. Ich versuche einen Kompromiss zu finden zwischen hoch am Wind und Geschwindigkeit. Bei der Welle lässt sich der Kurs nicht exakt halten weshalb es keinen Sinn macht, „auf Kante“ zu segeln. Die nächste Fähre kündigt sich auf dem Plotter an und ich mache eine Wende auch um Stress zu vermeiden. Die Küste habe ich immer im Blick und sieht traumhaft aus. Steile Klippen, teilweise überhängend. Da würde ich jetzt gerne ganz nah mit raumen Wind von hinten entlang segeln. Aber die Wirklichkeit holt mich ein mit der nächsten Welle die über die Sprayhood kommt. Überraschenderweise komme ich mit drei Wenden aus. Nach dem westlichsten Eck habe ich den Kurs Richtung Süd und muss jetzt nicht mehr so hoch am Wind segeln.


Auf dem Plotter sehe ich einen Frachter der wohl Klintehamn ansteuert. Ein Pilot fährt heraus um ihn abzuholen. Ich schaue noch einmal im Hamnguiden nach Alternativen denn zum einen sieht Klintehamn nicht wirklich schön aus und zum anderen habe ich etwas Sorge diesen Hafen bei Südwest anzusteuern. Etwas südlich von Klintehamn finde ich Djupvik. Ein sehr kleiner Hafen, aber mit Hafenmauer. Er scheint mir etwas besser anzusteuern zu sein bei der Situation mit Wind und Welle. Aber einfach ist hier und heute überhaupt nichts.
Mehr und mehr sehe ich die beiden vorgelagerten Inseln Lilla Karlsö und Stora Karlsö. Ich zweifle inzwischen an meinem ursprünglichen Plan Stora Karlsö am Samstag anzusteuern. Der Wind soll in der Stärke, um die 20 Knoten, am Samstag bleiben. Und er bleibt auf Südwest bis West – da bietet die Insel nur wenig Schutz. Stora Karlsö ist kein richtiger Hafen, nur ein Schiffsanleger.
1 sm vor Djupvik berge ich die Segel und steuere unter Motor die Hafeneinfahrt an. Nicht einfach, die Einfahrt ist kaum zu erkennen. Wind und Welle lassen in Richtung Hafeneinfahrt nur wenig nach. Das Hafenbecken ist klein. Sollte es nicht gehen, drehe ich ab. Die Alternative wäre Burgsvik, noch etwa 20 sm Richtung Süden. Das wäre dann aber knapp mit dem Tageslicht. Ich sehe zwei Masten von Segelbooten. Meine Hoffnung ist, sich gegebenenfalls an einem anderen Boot „anlehnen“ zu können. Denn Anlegen bei dem Wind mit Heckboje ist kein Spaß.
Die Einfahrt geht gut und es ist auch etwas windgeschützt im Hafenbecken. Doch mit Anlehnen wird das nichts. Es sind zwei kleine Segelboote, wohl keine Gäste, und dazwischen ist keine Boje frei. An der Hafenmauer sind zwei Jugendliche zum Angeln. Ich rufe ihnen zu: „Can you hold my bow?“. Ich muss mit etwas Geschwindigkeit anfahren denn der Wind kommt von der Seite. Die Heckboje ist mit dem Bojenhaken eingefangen ich gehe auf Leerlauf und bremse mit der Leine das Boot. Die beiden Jugendlichen halten meinen Bug – meine Rettung. Ich nehme eine Leine und merke mit welcher Kraft der Wind das Boot zur Seite drückt. Ich kann die Leine erst einmal nur provisorisch festmachen. Erst nachdem ich zwei weitere Leinen gespannt habe, ist das Boot richtig fest. Das war jetzt eines meiner herausfordernden Anlegemanöver.

Auch am Abend bläst es weiter mit bis zu 20 Knoten. Ein ruhiger Liegeplatz sieht anders aus. Aber wenigstens ist das Boot fest und ich habe hier keine Welle. Es ruckelt nur etwas vom Wind. Ich habe Strom, Dusche, Toilette und vor allem Ruhe denn ich bin der einzige Gastlieger hier im Hafen.
Der Wind soll morgen auf West bzw. Südwest mit etwa 20 Knoten bleiben. Gerne hätte ich morgen Stora Karlsö angesteuert, aber das ist mir zu heiß. Sonntag soll der Wind auf Süd drehen. Dann kann ich in einem Rutsch etwa 35 sm auf Halbwind nach Öland segeln.


Abwarten in Djupvik
Samstag, 08. August 2026
Ja, sicher etwas ärgerlich das ich gerade am Samstag nicht weiter komme. Ich habe ja Workation d.h. jetzt Wochenende. Aber es hilft nichts, der Wind kommt genau aus West also die Richtung, in die ich jetzt muss um zurück an das schwedische Festland zu kommen. Morgen soll der Wind auf Süd drehen, also perfekt, um nach Öland zu kommen.
Also schaue ich mir etwas die Umgebung an und lade verschiedene Batterien und Geräte.
In der Nähe des Hafens gibt es ein Grab in der Form eines Schiffes vermutlich aus der späten Bronzezeit. Auf Gotland finden sich 350 solcher Gräber.




Mein Fazit zu Gotland
Also mache ich etwas bla bla und gebe mein Fazit zu Gotland zum Besten. Gotland ist vollkommen anders als der Rest Schwedens. Es ist wirklich ein krasser Unterschied. Der größte Teil Gotlands ist Steilküste, das sieht vom Wasser faszinierend aus. Der Nachteil: Es hat weitaus weniger Häfen oder Möglichkeiten festzumachen. So gut wie keine Buchten in denen man unter Anker Schutz suchen könnte. Ist nicht. Gotland ist mitten in der Ostsee d.h. man ist Wind und Wetter sofort ausgesetzt. Ich weiß, jeder Nordsee-Segler wird müde lächeln über das was ich beschreibe. Ich habe einen großen Teil der Westküste gesehen und bin fasziniert. Ich bin froh, dass ich diesen Schlag gemacht habe auch wenn er mit Anstrengung und ungewollten Hafentagen verbunden war. Visby war ein echtes Erlebnis. Von den Städten, die ich im letzten und diesem Jahr gesehen habe, mit die schönste Stadt Schwedens. Stockholm möchte ich nicht mit Visby vergleichen. Aber alle anderen Städte an der Ostküste, die ich gesehen habe, können bei weitem nicht mit Visby mithalten.
So, nun hoffe ich auf guten Wind morgen und das ich gut nach Öland komme.

