Vorab – diesen Teil schreibe ich vor allem für mich als Reisetagebuch…

Packen – Die Reise ist zu Ende

Sonntag, 30. August 2026

Die Reise ist zu Ende, jetzt geht es ans Packen. Ich kämpfe noch etwas mit meinem Landstromkabel gebe es aber am Ende auf. Ständig haut es die Sicherung raus. Ich hatte bei der Ankunft wieder Wasser in den Steckern. Anfangs hatte ich bei anderen Booten gesehen, dass sie den Anschluss für den Landstrom eher achtern, an oder in der Nähe der Backskiste haben und ich dachte wie unpraktisch das doch ist wenn man mit dem Bug zum Steg anlegt. Inzwischen denke ich das ein Landstromanschluss im Ankerkasten, wie bei der Dehler, ziemlicher Mist ist denn du bekommst bei Welle immer Wasser über den Bug und damit Wasser in den Ankerkasten. Da werde ich mir im Winterlager etwas überlegen.

Aber jetzt geht es ans Packen. Meine Frau kommt morgen mit dem Flieger nach Berlin und sollte dann am Nachmittag hier sein. Für den Rest der Woche habe ich ein Hotelzimmer gebucht. Also kann ich meine Kleidung komplett packen. Dann schon einmal das Focksegel packen – es ist gerade mal trocken. Das wird die kommende Woche die größte Herausforderung denn auch das Großsegel würde ich gerne auch trocken packen. Alle verzichtbaren Leinen habe ich in die Backskiste gepackt damit sie trocken bleiben. Müll entsorgen, duschen. Viel mehr gibt es im Moment nicht zu tun….

Wiedersehen nach 3 1/2 Monaten

Montag, 31. August 2026

Am frühen Nachmittag kommt meine Frau. Doch davor gab es noch Komplikationen mit dem Leihwargen. Obwohl ich die 3,5 to Anhängelast angegeben hatte, hat das reservierte Fahrzeug nur 2,8 to Anhängelast. Da werde ich mit SIXT im Nachgang noch einmal in Diskussion gehen denn dann zur Verfügung gestellte Fahrzeug ist deutlich teurer.

Aber zuerst freue ich mich meine Frau wiederzusehen. Die Stegnachbarin läuft ihr entgegen denn aktuell ist die Straße durch Kröslin komplett aufgerissen und die „Insider“ Umleitung nicht ausgeschildert.

Für heute machen wir nicht mehr viel – Zimmer im Hotel beziehen und essen.

Packen und Penemünde

Dienstag, 1. September 2026

Bis zum frühen Nachmittag packen wir teilweise in Kartons die ich vom Marine-Shop in Kröslin bekommen habe. Es muss alles raus aus dem Boot – aus Gewichtsgründen. Die Dehler 28 zu trailern ist grenzwertig. Heute bereue ich es, keinen Alu-Trailer gekauft zu haben. Das Boot hatte beim Kauf keinen Trailer und ich musste einen neuen Trailer von Harbeck kaufen. Die Mehrkosten für Alu hätten den Kohl auch nicht fett gemacht. Aber so muss ich mit jedem Gramm rechnen. Da ich Sorge habe, alles in das Auto zu bekommen, mache ich noch zwei Post-Pakete die ich nach Hause sende. Es hat immer wieder leichten Regen – mit dem Großsegel wird das heute nichts.

Am Nachmittag geht es dann noch nach Penemünde – Strand anschauen, am Museum vorbei und Fischbrötchen essen. Gerne hätte ich noch etwas mehr Zeit um mir das Museum anzusehen.

Für die, die nicht wissen um was es geht: Hier entwickelten die Nazis (mit Werner von Braun) die ersten Raketen mit Flüssigtreibstoff. Es war die letzte Hoffnung gegen Ende des 2. Weltkriegs. – die sogenannte Wunderwaffe. Zum Glück kam dann bald das Ende des Naziregimes.

Kurzer Spaziergang am Strand
„Kraftwerk“ Penemünde

Weiter packen bei besserem Wetter

Mittwoch, 2. September 2026

Heute ist das Wetter besser. Ich ziehe das Großsegel hoch damit es noch trocknen kann. Der Trailer muss noch zum TÜV. In der Nähe ist eine Werkstatt die das erledigt.

Dann beginnt das Tetris-Spiel. Alles liegt vor dem Auto und es geht daran sinnvoll einzupacken. Die schweren Batterien kommen hinter Fahrer- bzw. Beifahrersitz wie alle anderen schweren Dinge eher in die Mitte des Fahrzeugs. Die leichteren Segel oben auf. Obwohl der Laderaum des BMW etwas kleiner scheint als der des Audi Q7 den wir letztes Jahr hatten, passt alles gut hinein. Aber ich hatte letztes Jahr auch viele unnötige Dinge transportiert wie z.B. Lebensmittel die jetzt fehlen. Soweit sind wir reisefertig. Den Stegnachbarn schenke ich noch einen 25 Liter Kanister mit Diesel.

Miss Sophie ist reisefertig

Ausflug nach Wismar

Donnerstag, 3. September 2026

Da wir soweit fertig sind wünscht sich meine Frau einen Ausflug nach Wismar. Wahrscheinlich kommen wir nicht so schnell wieder in diese Gegend. Wismar ist eine alte Hansestadt und soll eine sehr schöne Altstadt haben die meine Frau, als Krimi-Fan, aus der Serie Soko Wismar kennt. Ebenfalls bekannt ist Wismar als Drehort für den Stummfilm „Nosferatu – eine Symphonie des Grauens“ aus dem Jahr 1921.

Leider ist das Wetter etwas durchwachsen. Wir machen eine Hafenrundfahrt, schauen uns etwas die Altstadt und die St. Nikolai Kirche an. Am Ende shoppen wir noch ein paar Erinnerungen.

Den Joke des Tages mit Nosferatu und Klaus Kinski mache ich hier jetzt nicht öffentlich 😉 (Die Verfilmung mit Klaus Kinski wurde nicht in Wismar gedreht – Werner Herzog erhielt damals keine Drehgenehmigung vom DDR-Regime).

Warten auf’s Fischbrötchen
Schon wieder Schweden….

Auswassern im Regen

Freitag, 4. September 2026

Schon am Morgen erhalte ich einen Anruf von der Marina Kröslin. Wenn möglich soll ich sobald als möglich kommen da eine Regenfront im Anzug ist. Um 9 Uhr war vereinbart und eine knappe halbe Stunde früher stehe ich am Kran. Zuerst Mast legen was einerseits sehr flott geht aber andererseits etwas zu sehr unter Stress weshalb ich die Rollfock nicht so am Mast befestigen kann wie ich es gerne in Ruhe gemacht hätte.

Dann geht es an den Travellift zum Auswassern. Interessant, mit welcher Ruhe und Gelassenheit das hier (trotz Regen) stattfindet. In der Zeit hätten sie bei uns am Bodensee drei Boote aus dem Wasser geholt. Ich stelle noch die Lichtleiste am Trailer ein und bringe die Gurte an. Doch dann reicht es mir mit dem Regen. Den Rest mache ich morgen früh vor der Abfahrt.

Ich meinte zum Mitarbeiter am Travellift, dass sie wohl eher selten Boote vom Bodensee haben. Doch es kommen wohl einige die hier 3 oder 4 Wochen oder auch die ganze Saison verbringen. Das erstaunt mich etwas denn weder im letzten noch im diesen Jahr hatte ich ein anderes Boot vom Bodensee auf der Ostsee gesehen. Aber umgekehrt – zu den bekannten Regatten am Bodensee kommen auch immer wieder Segler aus dem Norden mit Boot.

Wir gehen noch etwas Reiseproviant einkaufen und noch einen Zurrgurt besorgen – sicher ist sicher.

Abfahrt zurück an den Bodensee

Samstag/Sonntag, 05./06. September 2026

Aufgrund des Regens am Vortag hatte ich das Boot noch nicht ganz fertig verzurrt. Nach dem frühen Frühstück wird das nachgeholt. An der Stelle ein Anmerkung zur Marina Kröslin: Ich hatte Mastlegen und Auswassern bei der Marina Kröslin organisiert. Zum Mastlegen wurde ich gefragt ob sie helfen sollen oder ob ich das alleine mache. Bei uns am Bodensee ist das eher umgekehrt: Wenn ich da Mast stellen oder Mast legen beauftrage, dann machen die Mitarbeiter das alleine, ein Mitwirken des Eigners ist nicht erwünscht.

Und das Legen des Mastes ging ziemlich schnell aber entsprechend (eigentlich überhaupt nicht) war die Vorbereitung für den Transport. Das Profilvorstag lag nur lose auf dem Mast. Dass das Gewicht der Rollfocktrommel das Profilvorstag verbog, interessierte die Mitarbeiter wenig. Angesichts des Preisschilds (420 Euro Auskranen und Mast legen) eher enttäuschend. Entsprechend hatte ich noch einiges zu tun. Um 10 Uhr konnte es dann losgehen.

Horror in Trockau

Nachdem wir Bayreuth auf der A9 passiert hatten ging die Tankanzeige mal wieder bedenklich dem Ende entgegen. Ich hoffte einen Autohof neben der Autobahn zu finden da die Spritpreise bekanntlich gerade ziemlich hoch sind (speziell auf der Autobahn). Auf dem Navi des Fahrzeugs wurde in Trockau eine Tankstelle neben der Autobahnauffahrt angezeigt. Bald nach der Abfahrt von der Autobahn (was ich eigentlich nicht hätte machen dürfen wg. der Überbreitengenehmigung) dachte ich dass das ein Fehler war. Abgesehen davon dass die Straße recht eng war zeigte sich die Tankstelle mit einer begrenzten Höhe von 3,40 Meter was für unser Gespann zu niedrig war. Bevor ich überlegen konnte, ob ich den Trailer zum Tanken abkupple wurden wir (mitten in der Nacht) von einer alten Frau aus einem Fenster angeschrien und aufgefordert, uns sofort von der Tankstelle zu entfernen.

So lernt man Gegenden kennen, in denen man wahrscheinlich keinen Urlaub machen wird. Also kurz zurück gestoßen und weiter in den Ort wo alles noch enger wurde. So stand ich kurz im Ort und fragte die Bedienung einer Gaststätte wie ich mit dem Gespann hier heraus komme. Sie meinte wenden was aber aufgrund des Platzangebots und meiner Fähigkeiten „Fahren mit Trailer“ keine Option war. Eine weitere Option war eine schmale Straße, die durch in die Straße ragende Bäume eingeschränkt sein soll. Kurze Inspektion – Augen zu und durch. Nach einer weiteren Irrfahrt in Pegnitz (die erste im Navi genannte Tankstelle hatte nur Gas, die zweite keinen Automaten) fanden wir endlich kurz vor knapp das begehrte Gut – Sprit.

Nach dann 18 Stunden Fahrzeit stand das Boot schließlich am Winterlager und es konnte ins heimische Bett gehen.

So, nun ist das Reisetagebuch zu Ende.

Fazit – Rückblick – Ausblick

Ohne einen Roman daraus zu machen – ein kurzes Fazit. Manch einer wird vielleicht die Frage stellen, ob sich der ganze (finanzielle) Aufwand gelohnt hat oder ob es das „wert“ war. Was ist „Wert“? Ich hatte einen Traum und diesen Traum habe ich mir erfüllt. Andere träumen davon den Mt. Everest zu besteigen, ein halbes Jahr um die Welt zu reisen oder einer großen Kreuzfahrt. Abgesehen davon, dass chartern für so eine Reise überhaupt nicht möglich und zeitlich keine Option gewesen wäre, wäre das deutlich kostspieliger gewesen. Es gab viele Gründe das mit dem eigenen Boot zu machen – auch wenn das sehr aufwendig war.

Ausblick? Schwierig… Ich beneide alle die im Norden Deutschlands leben. Ja, der Süden hat auch einige Vorzüge. Die Nähe zu Italien, zu Frankreich, Österreich und Schweiz sowieso. Aber wenn Segeln die Leidenschaft ist, dann ist der Süden Deutschlands suboptimal. Insbesondere mit der derzeitigen Entwicklung des Klimas.

Einen Ausblick kann ich geben: In den nächsten Wochen werde ich das Videomaterial sichten und den Reisebericht noch visuell auf Youtube veröffentlichen. Dann möchte ich noch einen Zusammenschnitt von 2025 und 2026 in Spielfilmlänge (90 min) erstellen, um diesen Freunden, Bekannten und im Segelclub zu zeigen.

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