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Im Beitrag „Wie alles begann…“ hatte ich geschrieben, wie ich zum Segeln gekommen bin. Mein erstes „richtiges“ Segelboot war dann eine Dufor T6. Ein eher behäbiges Segelboot welches dann von meiner Vorstellung von „Segelsport“ doch eher weniger entsprach. Dazu kam, dass die Dufour T6 doch recht einfach eingerichtet war. Ein paar Polster, keine Kochgelegenheit, etwas Innenbeleuchtung einfach praktisch nichts.

Inzwischen war ich (primär als Leser) in dem einen oder anderen Segelforen im Internet aktiv. irgendwie drängte es mich nach einem anderen Boot. Eines das etwas besser segelt, das etwas mehr Komfort bietet (Kochen, Toilette) und mehr Platz.

So kam ich damals in den Austausch mit einem Mitglied des Yacht-Forums (gibt es nicht mehr). Er hatte eine Beneteau First 24. Nach einigem Nachrichten kam ich dadurch auf die Beneteau First 235. Man kann das Boot wohl als Poket-Racer bezeichnen. Das Boot stammt aus der Feder von Jean-Marie Finot ein genialer Konstrukteur.

Die Beneteau First 235 erinnert etwas an die Mini 6.5 die Finot wesentlich mit geprägt hat. Für die Länge von 23,5 Fuss (7,2 Meter) ist das Boot relativ breit (2,5 Meter). Das Boot ist eine Mischung aus Cruiser und Racer. Ein kleiner Kühlschrank, eine kleine Pantry, eine Naviecke die gleichzeitig Toilette ist. Eine kleine Achterkajüte. Mit dem Schwenkkiel (eine Variante) hat das Boot einen Tiefgang von 0,7 Meter bis 1,7 Meter – ideal für den Bodensee.

Die Beneteau First 235 ist gebraucht relativ schwer zu finden. Zum einen weil nicht so viele von diesem Modell gebaut wurden – etwas 300 in Europa. Aber: Weil die Beneteau First 235 eines der wenigen Boote ist, das auch in USA gebaut wurde (auch etwa 300 Stück) gibt es eine sehr große Community um das Boot. Allem voran die Seite beneteau235.com. Es ist zwar in den letzten Jahren dort etwas ruhiger geworden, doch ist die Seite immer noch eine wertvolle Quelle für ganz viele Informationen um dieses Boot. Ich selbst hatte (weil es dort etwas ruhig geworden war) dann noch eine Facebook-Gruppe gegründet die heute über 1.000 Mitglieder hat.

Meine First 235 war eine der letzten, die ausgeliefert wurde (1993). Mit dem Boot hatte ich viele schöne Segeltage auf dem Bodensee. Ein Vorteil war oft der Schwenkkiel.

2015 zog ich dann mit meiner neuen Lebensgefährtin zusammen nach Überlingen am Bodensee. Dadurch verlor ich meinen Liegeplatz in Bodman da dieser Verein nur für ortsansässige ist. Zwei Jahre stand die First 235 im Winterlager. Ich hegte schon den Gedanken, das Boot zu verkaufen. Da bekam ich überraschend eine Mail vom Segelclub Bodman. Dort hatte ich ja, als ich mit dem Segeln begann, meine Jolle. Und mit der Mitgliedschaft hatte ich mich bald auf die Warteliste für Liegeplatz gesetzt. Nun, etwa 12 Jahre später, wurde mir tatsächlich ein Liegeplatz angeboten. Den nahm ich natürlich gerne und so konnte ich noch einige schöne Jahre mit der First 235 auf dem Bodensee verbringen.

Doch man wird älter…. Als es dann auf die 60 zuging, wünschten wir uns dann doch etwa mehr Platz und ein klein wenig mehr Komfort. Der Liegeplatz am Bodensee gab es her und so wurde es 2021 eine Dehler 28s – Miss Sophie.

Wie ich überhaupt zum Segeln gekommen bin… Ich denke der Anfang liegt ganz lange zurück. Ich war etwa 25 Jahre alt. Die Mutter meiner damaligen Frau hatte einen Freund der ein Segelboot auf dem Untersee (einem Teil des Bodensees) hatte. Ich weiß nicht mehr genau was für ein Boot – eine Art Lacustre.

Jedenfalls waren wir ein paar Mal mit zum Segeln und da durfte ich auch einige Male das Ruder übernehmen. Das hatte ich einfach sehr positiv in Erinnerung.

Zu der Zeit lag jedoch meine sportliche Aktivität beim Klettern, das ich mit etwa 17 Jahren begonnen hatte. Ich betrieb den Klettersport sehr lange und sehr intensiv was zu einigen Erstbegehungen in den Alpen führte.

Private Turbulenzen und gesundheitliche Probleme führten dazu, dass ich den Klettersport im Alter von etwa 40 Jahren fast komplett (später komplett) aufgab. Ich bin geboren und aufgewachsen am Bodensee. D.h. der See war für mich schon immer zugegen. Ein zweites Hobby war und ist seit meinen jungen Jahren die Fotografie die ich zeitweise auch (neben-) beruflich ausführte. Der Bodensee bietet natürlich unendlich viele Motive für die Landschaftsfotografie.

2002 wechselte ich meinen Wohnort nach Bodman. Also direkt an den Bodensee. Ein Nachbar war Mitglied in einem örtlichen Wassersportverein und brachte mich auf die Idee doch ein Boot zu kaufen. Er hatte da gerade von jemand die Info, der eine Segeljolle verkauft. Eine Albatros 420. Ich kaufte das Boot und im nächsten Schritt wurde ich Mitglied im örtlichen Segelclub. Mit Büchern beschäftigte ich mich über das Segeln und brachte mir so selbst die Grundkenntnisse bei. Eine erste Patenthalse blieb natürlich nicht aus.

Trotzdem – es waren tolle und lustige Stunden die ich so segelnd mit der Jolle auf dem Bodensee verbrachte.

Nur ein oder zwei Jahre später sprach mich mein Nachbar wieder an. Der örtliche Wassersportverein plante den Neubau eines Steges. Und ob das nicht eine Gelegenheit für mich wäre, einen Liegeplatz am Bodensee zum bekommen. Das Klettern und den Bergsport hatte ich inzwischen komplette aufgegeben. Und das mit dem Liegeplatz, einem richtigen Segelboot, das lockte mich.

So wurde ich auch noch Mitglied dieses Vereins und bekam prompt eine Zusage für einen Platz an dem neuen Steg. Jetzt fehlte nur noch das Boot. Nach einer Recherche im Internet, was gibt das Budget her, wurde es eine gebrauchte Dufor T6. Sicher kein Racer. Aber ein „richtiges“ Segelboot.

Bei dieser Gelegenheit machte ich dann das Bodensee-Schifferpatent für Segel und Motor. Mit diesem Segelboot machte ich dann meine ersten längere Ausflüge auf dem Bodensee und sammelte weitere Erfahrungen.

Stolz wie Oscar – 2015 das erste richtige Segelboot

Wie gesagt – die Dufour T6 war/ist alles andere als ein Racer. Von Natur aus liegt mir das Sportliche. Viel Komfort hatte das Boot auch nicht geboten. Daher kam recht bald das Bedürfnis einer Veränderung. Doch das ist eine andere Geschichte…