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Die alte, wohl noch originale Anzeige für Geschwindigkeit und Tiefe war kaum mehr abzulesen. Da es hier auch keinen Ersatz gab hatte ich mich entschlossen, gleich nach dem Kauf der Dehler 28 das komplette System zu ersetzen. Die Entscheidung fiel dabei auf das B&G Triton 2 mit wireless Wind.

Die kabellose Übertragung mittels Bluetooth funktioniert ohne Probleme (Mast ca. 12 Meter). Auf der Steuerbordseite, neben dem Steckschot, befindet sich ein Lüftungsgitter. Dahinter kommt man an einen Hohlraum in dem zwei Leerrohre enden. In dem einen Leerrohr verliefen die Kabel der alten Anzeige. So war ich guter Dinge, dass ich das neue NMEA Kabel für die neue Anzeige mit Hilfe des alten Kabels gut zur Naviecke ziehen könnte. Tja, zu früh gefreut. Ich konnte machen was ich wollte, etwa auf halber Strecke ging es nicht mehr weiter. Und hier zeigte sich etwas problematisches an der Dehler 28: die Innenschale. Es gibt von der Innenseite auch praktisch keine Inspektionsöffnungen, um an die zwischen Innen- und Außenschale verlaufenden Kabel zu kommen. Das besagte Lehrrohr verläuft von oben, neben dem Steckschot, schräg nach unten Richtung Steuerbord Außenwand. Innen befindet sich hier der Toilettenraum. Es half nichts – ich musste die komplette Innenschale dieses Raums abschrauben. Da ich nicht auch noch den Wasser-/Abwasseranschluss des Waschbeckens demontieren wollte (da kommt man nämlich auch ganz schlecht hin) reichte mir das eben so, um mit dem Arm soweit hinter die Wand zu kommen, um das NMEA-Kabel packen.

Dabei stellte ich fest, dass das Lehrrohr hier nicht nur einen Bogen macht, sondern auch kurz danach endet. Das ist natürlich sehr schlecht gemacht.

Die zwei besagten Lehrrohre. Links davon Richtung Niedergang befindet sich das Lüftungsgitter. Hier habe ich einen Metallwinkel innen verklebt auf den ich den GPS-Empfänger geschraubt habe (deshalb die Schraubzwinge)

Das Kabel für den Geber (Logge, Tiefe) ging etwas besser zu verlegen. Allerdings mussten alle Durchgänge aufgebohrt werden da der NMEA-Stecker etwas größer ist als das alte Simrad-Kabel.

In dem Hohlraum hinter dem Lüftungsgitter konnte ich den Bluetooth-Empfänger und später noch einen GPS Empfänger von B&G verstecken.

Erst mit GPS Daten zeigt das Triton 2 alle Daten an wie TWS, TWA und TWD

Wohin das zweite Lehrrohr dort führt, habe ich noch nicht herausgefunden. Es geht Richtung Motorraum und führt ein rotes Kabel ca. 1,5qm welches nirgends angeschlossen ist. Mal sehen ob ich das noch herausfinde.

Der erste Segelsommer 2022 mit unserer Dehler 28s hatte eines gezeigt: Im Sommer wurde das Deck extrem heiß. Es war zeitweise nicht möglich barfuß darauf zu gehen.

Die Dehler 28 wurde ursprünglich mit einem Decksbelag aus TBS ausgeliefert. Der damals in den 90er Jahren verwendete TBS Belag verfärbte sich im Laufe der Jahre sehr unschön. Einige, wie auch der Vorbesitzer unserer Dehler 28, haben den Belag dann mit einer Antirutschfarbe überstrichen. Bei uns blätterte die Farbe stellenweise ab und war überall von Rissen durchzogen. Ein Versuch, den Belag neu zu überstreichen, ergab kein zufriedenstellendes Ergebnis.

An der Interboot Friedrichshafen haben wir uns dann über verschiedene Alternativen informiert und uns schließlich für Flexiteek entschieden. Es gibt verschiedene Anbieter, die die Schablone für die Dehler 28 bereits haben und dies so zum Festpreis anbieten können. Wir haben uns dann für einen Anbieter hier am Bodensee entschieden – auch weil er das günstigste Angebot gemacht hatte.

Um die Kosten so niedrig wie möglich zu halten, entfernten wir den alten TBS Belag selbst und wollte auch das neue Flexiteek selbst aufkleben.

Das Entfernen des alten TBS Belags war eine sehr mühsame und anstrengende Arbeit. Den einzigen Tipp, den man geben kann, ist den TBS Belag mit einem Cuttermesser in etwa 5 cm breite Streifen zu schneiden und diese dann abzuziehen. Darunter kommt dann jedoch ein dünner Filz der sich leider nicht mit löst. Ich habe verschiedene Werkzeuge probiert. Zuletzt bewährte sich noch am besten eine Drahttopfbürste auf dem Akkuschrauber. Hier muss man natürlich vorsichtig agieren, um keine tiefen Riefen in das Gelcoat zu schleifen.

Nach einigen Wochenenden war das Boot soweit für den neuen Belag vorbereitet.

Da sich unser Lieferant beim ersten Angebot etwas zu seinen Ungunsten verrechnet hatte und etwas korrigieren musste, hatte er angeboten beim Aufkleben des Belags zu helfen und seine Gewichte zur Verfügung zu stellen.

Eigentlich klebte er dann fast alleine den neuen Belag auf. Was wir dann noch machen mussten, war die Abschlussfuge rings um den Belag. Der neue Belag hübschte das Boot nicht nur enorm auf, er bewährte sich auch gleich im Sommer – barfuß auf dem Deck war nun möglich.

Im Zuge dessen kürzten wir achtern die schräge Platte etwa um die Hälfte und bauten noch eine Stufe ein. So ist die Badeleiter wesentlich leichter zu erreichen.

Arbeitsstunden: ca. 60 h / Kosten: ca. 2.400 Euro

Nach dem Kauf der Dehler 28s im Winter 2021/22 überführten wir im Frühjahr 2022 das Boot auf dem Wasser von Langenargen nach Bodman – unserem Heimathafen. Noch im Frühjahr 2022 wurde die First 235 an den Brombachsee verkauft.

Man darf dem Geld nicht nachtrauern. Ein Segelboot zu haben und zu verkaufen ist in den aller-seltensten Fällen eine Gewinn-Geschäft. Mit sehr viel Glück eine Null-Nummer. (Fast) jeder Eigner investiert, verbessert, erhält, rüstet auf. Und das ist in der Regel immer mit viel Geld verbunden. Eine Investition die man beim Verkauf nicht wieder bekommt. So ist das eben.

Wir freuten uns erst einmal an unserem neuen Boot, dem Platz auf und unter Deck und verbrachten einen großen Teil des Jahres 2022 auf unserem neuen Boot.

Es war ein neues Gefühl, mit dem wir uns erst einmal vertraut machen mussten. Einbau-Maschine starten und stoppen, die Größe, das Gewicht und damit die Reaktion. Aber das ging alles ganz gut. Und wir verbrachten natürlich einen großen Teil unseres Sommerurlaubs auf dem See. Vom Segelsommer 2022 gibt es ein Video auf Youtube

Unsere Tour: Bodman – Obere Güll (Ankernacht) – Konstanz BSB Hafen – Yachtclub Konstanz – Bodman – Konstanz Staad – YC Friedrichshafen – Romanshorn – Lochau – Fussach – Altenrhein – Langenargen – Immenstaad – Konstanz Staad – Bodman

Man wird älter…. Auch wenn die Beneteau First 235 ein schöner Weekend-Cruiser und sicher ein tolles Boot für sportliche Segler ist – im Laufe der Jahre und mit dem älter werden hat sich für mich eines gezeigt: Ich bin kein Regatta-Segler. Ich habe bei der einen oder anderen Regatta mitgemacht, Bekannte als Mitsegler auf Regatten begleitet. Doch eigentlich ist das nicht meine Welt. Ich möchte segeln, entdecken, erleben.

Und wie eingangs gesagt – man wird älter. In den letzten Jahren verbrachten wir gerne einen großen Teil unseres Sommerurlaubs auf dem Bodensee. Von Hafen zu Hafen tingeln – das war unser Ding. Jetzt, da es für mich auf die 60 und für meine Frau auf die 50 zuging, wünschten wir uns doch etwas mehr Platz, etwas mehr Komfort.

Für mich, mit meinen 183 cm Körpergröße war an einigermaßen aufrechten Stehen in der First 235 nicht zu denken. So schielte ich immer wieder einmal auf etwas größeres. Eine gute Bekannte hatte eine Dehler 28s und segelte mit dieser erfolgreich auf den Regatten am Bodensee. Eine „lahme Ente“ wie die Dufour T6 wollte ich natürlich nicht mehr. Und so beschäftigte ich mich mehr und mehr mit diesem Boot.

Obwohl die Dehler 28 relativ oft gebaut wurde, ist das Angebot an gebrauchten Booten sehr überschaubar. Ein besonderes Thema hier am Bodensee ist die Bodensee-Zulassung. Das betrifft vor allem die Motoren. Mit der Beneteau First 235 hatte ich da schon so mein „böses Erwachen“. Das Boot hatte einen recht neuen Honda Außenborder. Ich hatte das Boot damals in den Niederlanden gekauft. Am Bodensee musste ich dann feststellen, dass ich für den Motor keine Bodensee-Zulassung bekomme da er kein CE Kennzeichen hatte.

Dann gab es plötzlich ein Angebot am Bodensee. Eine Dehler 28s aus 1991 die bisher im Charter war. Wir schauten uns das Boot an. Klar, bei einem Boot, das im Charter war, weiß man dass wohl das eine oder andere zu tun ist. Doch grundsätzlich war das Boot segelfertig mit brauchbaren Segeln und – was wichtig war – einer Bodensee-Zulassung. Der Preis war nicht günstig aber marktgerecht (19 k Euro).

Lange Rede, kurzer Sinn – wir sagten „Ja“ und so wurden wir Eigner einer Dehler 28s. Die Übergabe war sehr herzlich. Der Eigner hatte zuvor fünf Boote am Bodensee im Charter und war jetzt im Alter das Geschäft aufzugeben (Mitte 70). Er hatte bereits alle Boote verkauft bis eben auf die Dehler 28s und einer Hallberg Rassy 29 die er für sich selbst behalten wollte.

Er riggte das Boot mit uns auf und machte eine ausführliche Einweisung. Das Boot kam mit „Pött und Pannen“ – also wirklich mit allem. Meine Frau sortierte bei der Übergabe gleich einiges aus weil sie meinte, das könnten die Eigner doch sicher noch gebrauchen.

Bei bestem Wetter überführten wir unser neues Schiff von Langenargen in unseren Heimathafen.

Im Beitrag „Wie alles begann…“ hatte ich geschrieben, wie ich zum Segeln gekommen bin. Mein erstes „richtiges“ Segelboot war dann eine Dufor T6. Ein eher behäbiges Segelboot welches dann von meiner Vorstellung von „Segelsport“ doch eher weniger entsprach. Dazu kam, dass die Dufour T6 doch recht einfach eingerichtet war. Ein paar Polster, keine Kochgelegenheit, etwas Innenbeleuchtung einfach praktisch nichts.

Inzwischen war ich (primär als Leser) in dem einen oder anderen Segelforen im Internet aktiv. irgendwie drängte es mich nach einem anderen Boot. Eines das etwas besser segelt, das etwas mehr Komfort bietet (Kochen, Toilette) und mehr Platz.

So kam ich damals in den Austausch mit einem Mitglied des Yacht-Forums (gibt es nicht mehr). Er hatte eine Beneteau First 24. Nach einigem Nachrichten kam ich dadurch auf die Beneteau First 235. Man kann das Boot wohl als Poket-Racer bezeichnen. Das Boot stammt aus der Feder von Jean-Marie Finot ein genialer Konstrukteur.

Die Beneteau First 235 erinnert etwas an die Mini 6.5 die Finot wesentlich mit geprägt hat. Für die Länge von 23,5 Fuss (7,2 Meter) ist das Boot relativ breit (2,5 Meter). Das Boot ist eine Mischung aus Cruiser und Racer. Ein kleiner Kühlschrank, eine kleine Pantry, eine Naviecke die gleichzeitig Toilette ist. Eine kleine Achterkajüte. Mit dem Schwenkkiel (eine Variante) hat das Boot einen Tiefgang von 0,7 Meter bis 1,7 Meter – ideal für den Bodensee.

Die Beneteau First 235 ist gebraucht relativ schwer zu finden. Zum einen weil nicht so viele von diesem Modell gebaut wurden – etwas 300 in Europa. Aber: Weil die Beneteau First 235 eines der wenigen Boote ist, das auch in USA gebaut wurde (auch etwa 300 Stück) gibt es eine sehr große Community um das Boot. Allem voran die Seite beneteau235.com. Es ist zwar in den letzten Jahren dort etwas ruhiger geworden, doch ist die Seite immer noch eine wertvolle Quelle für ganz viele Informationen um dieses Boot. Ich selbst hatte (weil es dort etwas ruhig geworden war) dann noch eine Facebook-Gruppe gegründet die heute über 1.000 Mitglieder hat.

Meine First 235 war eine der letzten, die ausgeliefert wurde (1993). Mit dem Boot hatte ich viele schöne Segeltage auf dem Bodensee. Ein Vorteil war oft der Schwenkkiel.

2015 zog ich dann mit meiner neuen Lebensgefährtin zusammen nach Überlingen am Bodensee. Dadurch verlor ich meinen Liegeplatz in Bodman da dieser Verein nur für ortsansässige ist. Zwei Jahre stand die First 235 im Winterlager. Ich hegte schon den Gedanken, das Boot zu verkaufen. Da bekam ich überraschend eine Mail vom Segelclub Bodman. Dort hatte ich ja, als ich mit dem Segeln begann, meine Jolle. Und mit der Mitgliedschaft hatte ich mich bald auf die Warteliste für Liegeplatz gesetzt. Nun, etwa 12 Jahre später, wurde mir tatsächlich ein Liegeplatz angeboten. Den nahm ich natürlich gerne und so konnte ich noch einige schöne Jahre mit der First 235 auf dem Bodensee verbringen.

Doch man wird älter…. Als es dann auf die 60 zuging, wünschten wir uns dann doch etwa mehr Platz und ein klein wenig mehr Komfort. Der Liegeplatz am Bodensee gab es her und so wurde es 2021 eine Dehler 28s – Miss Sophie.

Wie ich überhaupt zum Segeln gekommen bin… Ich denke der Anfang liegt ganz lange zurück. Ich war etwa 25 Jahre alt. Die Mutter meiner damaligen Frau hatte einen Freund der ein Segelboot auf dem Untersee (einem Teil des Bodensees) hatte. Ich weiß nicht mehr genau was für ein Boot – eine Art Lacustre.

Jedenfalls waren wir ein paar Mal mit zum Segeln und da durfte ich auch einige Male das Ruder übernehmen. Das hatte ich einfach sehr positiv in Erinnerung.

Zu der Zeit lag jedoch meine sportliche Aktivität beim Klettern, das ich mit etwa 17 Jahren begonnen hatte. Ich betrieb den Klettersport sehr lange und sehr intensiv was zu einigen Erstbegehungen in den Alpen führte.

Private Turbulenzen und gesundheitliche Probleme führten dazu, dass ich den Klettersport im Alter von etwa 40 Jahren fast komplett (später komplett) aufgab. Ich bin geboren und aufgewachsen am Bodensee. D.h. der See war für mich schon immer zugegen. Ein zweites Hobby war und ist seit meinen jungen Jahren die Fotografie die ich zeitweise auch (neben-) beruflich ausführte. Der Bodensee bietet natürlich unendlich viele Motive für die Landschaftsfotografie.

2002 wechselte ich meinen Wohnort nach Bodman. Also direkt an den Bodensee. Ein Nachbar war Mitglied in einem örtlichen Wassersportverein und brachte mich auf die Idee doch ein Boot zu kaufen. Er hatte da gerade von jemand die Info, der eine Segeljolle verkauft. Eine Albatros 420. Ich kaufte das Boot und im nächsten Schritt wurde ich Mitglied im örtlichen Segelclub. Mit Büchern beschäftigte ich mich über das Segeln und brachte mir so selbst die Grundkenntnisse bei. Eine erste Patenthalse blieb natürlich nicht aus.

Trotzdem – es waren tolle und lustige Stunden die ich so segelnd mit der Jolle auf dem Bodensee verbrachte.

Nur ein oder zwei Jahre später sprach mich mein Nachbar wieder an. Der örtliche Wassersportverein plante den Neubau eines Steges. Und ob das nicht eine Gelegenheit für mich wäre, einen Liegeplatz am Bodensee zum bekommen. Das Klettern und den Bergsport hatte ich inzwischen komplette aufgegeben. Und das mit dem Liegeplatz, einem richtigen Segelboot, das lockte mich.

So wurde ich auch noch Mitglied dieses Vereins und bekam prompt eine Zusage für einen Platz an dem neuen Steg. Jetzt fehlte nur noch das Boot. Nach einer Recherche im Internet, was gibt das Budget her, wurde es eine gebrauchte Dufor T6. Sicher kein Racer. Aber ein „richtiges“ Segelboot.

Bei dieser Gelegenheit machte ich dann das Bodensee-Schifferpatent für Segel und Motor. Mit diesem Segelboot machte ich dann meine ersten längere Ausflüge auf dem Bodensee und sammelte weitere Erfahrungen.

Stolz wie Oscar – 2015 das erste richtige Segelboot

Wie gesagt – die Dufour T6 war/ist alles andere als ein Racer. Von Natur aus liegt mir das Sportliche. Viel Komfort hatte das Boot auch nicht geboten. Daher kam recht bald das Bedürfnis einer Veränderung. Doch das ist eine andere Geschichte…